Montag, 5. Mai 2014

Meine Schminkgeschichte - inklusive Tutorial! :D

Vor eeeewigen Zeiten gab es auf Youtube mal einen TAG zur persönlichen Schminkgeschichte (die Videos, die ich gefunden habe, sind von 2009!). Ich möchte auch schon seit damals daran teilnehmen, weil ich das super interessant und seeeehr lustig finde, kam aber bisher nie dazu. Jetzt habe ich mal recherchiert und konnte keine festen Fragen finden, daher habe ich mir einfach welche selbst ausgedacht :) einige Looks von damals habe ich sogar nachgeschminkt. Das war ziemlich spaßig! Here we go: Annis erste Schminkversuche ...

1. Wann hast du angefangen, dich zu schminken?

So ganz genau weiß ich das nicht mehr. Es fing anfangs auch sporadisch an und ich habe mich nicht von einem Tag auf den anderen komplett und täglich geschminkt. Schaue ich mir aber meine Klassenfotos von damals auf dem Gymnasium an, kann man schön erkennen, dass ich auf dem Klassenfoto der 7. Klasse (1997/1998) noch ungeschminkt und ein Jahr später in der 8. Klasse (1998/1999) ganz dezent geschminkt bin. Ich schätze also, dass ich mit ca. 14 angefangen habe, mich regelmäßiger zu schminken.


In der 9. Klasse (1999/2000) habe ich dann anscheinend das Augenbrauen zupfen für mich entdeckt - und gleich so chic und gründlich gezupft! Haha! Im Jahr darauf habe ich es dann aber schon wieder etwas weniger gut gemeint mit dem Zupfen - sieht meiner Meinung nach auch gleich viel besser aus!

2. Hast du dir das Schminken selbst beigebracht oder hat es dir jemand gezeigt?

Richtig beigebracht hat es mir niemand. Ich habe mir Techniken bei meiner Mama sorgfältig abgeschaut (z. B. wie man als Rechtshänder Mascara auch am linken Auge gut auftragen kann) und dann selbst geübt. Der Kajalstrich am oberen Wimpernkranz war so etwas was ich anfangs unheimlich schwer fand und dann geübt habe, weil ich es können wollte (ich durfte als ich es konnte auch meiner einen Freundin immer den Kajalstrich ziehen, weil sie es noch nicht konnte - leider bekam ich dabei regelmäßig einen Lachkrampf! Teenies können ja so albern sein! Das war eine Herausforderung!). Wenn ich Fragen hatte, habe ich diese aber gestellt: meiner Schwägerin, meiner älteren Cousine, meiner Mama, aber auch (älteren) Freundinnen. Ausprobiert habe ich dann alleine.

3. Kannst du dich an ein Schlüsselerlebnis oder ein bestimmtes Produkt erinnern, dass deine Liebe zu Make-Up entfacht hat?

Oh ja! Meine ersten Schminksachen waren natürlich nicht selbst gekauft, sondern aus Mamas Schminktäschchen gemopst. Wobei ich mir immer nur die Sachen genommen habe, von denen ich wusste, dass sie sie eh nicht mehr benutzt. Jedenfalls hatte sie ein Gesichtspuder in einer rechteckigen Schildplatt-Puderdose mit einem kleinen Pinselchen. Das Puder war weiß, also wirklich weiß und nicht nur ganz hell hautfarben. Schneeweiß! Und es war auch kein reines Transparentpuder, sondern hatte eine minimale Deckkraft. Jedenfalls habe ich dieses Puder mitgenommen als ich mit 13 (1-2 Wochen vor meinem 14 Geburtstag) auf Konfirmationsfahrt gefahren bin.

Und: oh mein Gott! Ich habe das Puder aufgetragen und war SOFORT in das Ergebnis verliebt. Meine sonst eher gewöhnliche Haut sah plötzlich aus wie aus Porzellan. Die Haut wirkte viel glatter, mattiert, ebenmäßig - es war für mich einfach nur ein WOW-Erlebnis! Dass mich die helle Farbe gleichzeitig etwas geisterhaft wirken lies, war mir in dem Moment egal - dafür war die ebenmäßige, ausgeglichene Optik meiner Haut viel zu schön ;-)

4. Welche Produkte hast du ganz am Anfang benutzt?

Puder, Kajal und Mascara waren die ersten drei Produkte. Wobei ich bei dem Kajal eine etwas merkwürdige Auftragetechnik hatte ... die meisten meiner Freundinnen trugen den schwarzen Kajal auf der unteren Wasserlinie. Probiert habe ich das natürlich auch, aber das gefiel mir an meinen Augen gar nicht - es hat meine Augenform irgendwie unvorteilhaft verändert und im Laufe des Tages ist dann auch meistens alles verlaufen. Nein, nein, das mochte ich nicht. Am oberen Wimpernkranz konnte ich den Kajal anfangs auch noch nicht auftragen, da war ich zu ungeschickt für. Also habe ich mir mit einem braunen Kajalstift am äußeren Augenwinkel einfach einen kurzen, geraden Strich nach außen gezogen - so als würde man einen "winged Eyeliner" malen wollen, nur dass ich nur das Schwänzchen gemalt habe, aber am oberen und unteren Wimpernkranz nichts war. Damals fand ich's chic! ;-)

Sieht gar nicht mal sooo schlecht aus! :D

5. Hattest du damals einen bestimmten Look oder hast du mehr experimentiert?

Beides! Ich hatte meine Looks, die ich im Alltag und wenn ich etwas schicker ausgehen wollte, getragen habe. Den ersten und ganz einfachen Alltagslook habe ich eben schon beschrieben - gleich schreibe ich auch noch was zu meinen schon etwas "fortgeschrittenerem" Signature Look (als ich dann 15/16 Jahre alt war). ABER ich habe auch damals schon experimentiert. Es waren immerhin die 90'er und was war in den 80'ern und auch noch in den 90'ern ganz groß in Mode?? Farbige Mascara!! Ich hatte sowohl eine leuchtend Blaue und einen Tannengrüne von Astor (glaube ich zumindest - oder war es Jade?), aber auch eine hell-giftgrüne Mascara von "for you" (die Marke gibt es glaube ich gar nicht mehr?!). Die Tannengrüne fand ich zu meinen braunen Augen auch gar nicht mal sooo schlecht - blau und giftgrün sahen eher nicht so toll aus. Das habe ich aber damals schon gemerkt und die bunten Mascaras nicht nachgekauft. In dieser Experimentierphase habe ich dann auch braune Mascaras für mich entdeckt und die bevorzuge ich bis heute.

Augen: Kommen wir nun zu meinem zweiten Look, denn ich mit 15/16 für besondere Anlässe geschminkt habe, wenn ich mir etwas mehr Mühe geben wollte. Die Basis bildete eine champagner-brauner Duo-Lidschatten, den ich ebenfalls von meiner Mama gemopst hatte. Auch habe ich dann nach und nach das Kajalstrich ziehen am oberen Wimpernkranz geübt. Für diesen Look habe ich eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung mit meiner grandiosen Original Teenie-Schminktechnik vorbereitet! Damit man es sich besser vorstellen kann und für den Fall, dass jemand es nachschminken mag - haha! Sieht ein bisschen wie "Malen nach Zahlen" aus :D


1. Trage den hellen Champagner-Ton auf dein bewegliches Lid
und halbmondförmig unter die Augenbraue auf.
2. Fülle die Fläche dazwischen mit dem braunen Ton aus.
3. Vermische die zwei Farben an den Stellen, an denen sie sich berühren mit deinen Fingern.
4. Trage einen braunen Kajalstrich am oberen Wimpernkranz auf
und runde den Look mit Mascara ab!

Das Ergebnis unterscheidet sich aber gar nicht so viel von dem, was ich heute auch noch schminken würde. Den gleichen Look habe ich mit 16 auch noch in hell- und dunkellila getragen. Ich hatte da ein wundervolles Duo mit einem hellen Fliederton und einem dunklen Aubergine von Chicogo - beide Farben waren matt und sehr gut pigmentiert! Es sah auch in lila echt toll aus!

Lippen: Hier wieder der Hinweis: es waren die 90'er! :D Mein Standard-"Lippenstift" war nämlich gar kein Lippenstift. Stattdessen hatte ich von meiner Mama einen hellbraunen Kajalstift mit dezentem Schimmer, den ich als Lipliner zweckentfremdet habe. Oben drüber habe ich dann meinen Lippenpflegestift aufgetragen, die Lippen aufeinander gerieben und so die Linie etwas verwischt. Dadurch entstand der Effekt, dass ich außen die braune Linie hatte, die zum Lippeninneren hin heller wurde. Wie man einen Lipliner aufträgt, hat mir übrigens ein älteres Mädchen auf der oben schon erwähnten Konfirmationsfahrt erklärt.


Später habe ich den gleichen Look dann mit einem dunkelbraunen Kajalstift und einem deckenden hellbraunen Lippenpflegestift mit dezentem Schimmer, der nach Schokolade roch, weiterentwickelt. Dass es spezielle Lipliner gab, war mir zu dem Zeitpunkt noch unbekannt - ich dachte, alle nehmen dafür Kajalstifte. Das war dann die dunklere, intensivere Version von dem ursprünglichen Look. Aber immer noch so, dass die Farbe von außen nach innen heller wurde und es nicht ganz so eine harte Linie war wie beispielsweise in diesem '90er-Madonna-Look von Sam von den Pixiwoo-Schwestern (ab ca. 10:50 fängt sie mit den Lippen an!).

6. Hast du damals schon Pinsel benutzt oder nur Applikatoren? Hattest du noch andere Make-Up-Helferlein (z. B. eine Wimpernzange)?

Ich habe mit Applikatoren geschminkt. Sogar noch bis 2009 - erst als ich mit 24 mit dem Bloggen anfing, bin ich nach und nach auf Pinsel umgestiegen. 

Allerdings habe ich schon recht früh angefangen, einzelne Applikatoren mit einem etwas längeren Stil zu kaufen. In dem champagner-braun Duo von meiner Mama war beispielsweise gar kein Applikator enthalten. Also musste ich welche kaufen, um den Lidschatten auftragen zu können. Applikatoren mit längerem Stil konnte man besser greifen und hatte so eine bessere Kontrolle beim Schminken als mit den ganz kleinen Futzel-Dingern.

Ich weiß, dass viele (alle?) Bloggerinnen Applikatoren verteufeln, aber ich finde, dass sie auch ein paar Vorteile haben und nicht grundlegend schlecht sind. Die Deckkraft des Lidschattens ist beim Auftrag mit einem Applikator z. B. häufig stärker als mit einem Pinsel. Nichtsdestotrotz möchte ich heute meine Pinsel nicht mehr missen. Ich will nur sagen, dass man auch mit Applikatoren ganz gut schminken kann.

Eine Wimpernzange hatte ich dann ungefähr ab 18 - meine eine Freundin hatte eine, also wollte ich auch eine haben. Nur dass meine Wimpern nicht für Wimpernzangen gemacht sind. Ich habe von Natur aus ziemlich geschwungene Wimpern - die Wimpernzange hat mir zu dem Schwung nur zusätzlich einen komischen Knick in die Wimpern gemacht. Das sah nicht gut aus. Ich habe die Wimpernzange dann irgendwann gar nicht mehr benutzt und 2004/2005 in meinem USA-Jahr entsorgt ... seitdem habe ich keine mehr.

7. Gab es auch Fauxpas?

Oh ja! Neben Puder habe ich dann auch Kompakt-Make-Up für mich entdeckt. Vom Auftrag genau so einfach wie Puder, aber mit viel besserer Deckkraft. Leider, leider war das mit der richtigen Farbe damals nicht so einfach. Nur dass ich nicht wie die meisten eine zu dunkle Farbe hatte, sondern mein Kompakt-Make-Up zu hell war! So schlimm zu hell, dass mich noch einige Zeit später ein "netter" Klassenkamerad regelmäßig gefragt hat, wann ich mir denn mal wieder die weiße Paste ins Gesicht schmieren würde. Er fand es anscheinend uuuunheimlich witzig! Ich trug danach jahrelang fast ausschließlich Puder - da fiel eine minimal falsche Farbe wegen der dezenteren Deckkraft nicht ganz so doll auf.

Etwas später als ich schon so 21/22 war, hatte ich mit einigen Unreinheiten zu kämpfen, so dass ich wieder etwas mehr Deckkraft haben wollte. Ich bin daher von meinem geliebten Puder auf ein Make-Up umgestiegen, das auch gegen Unreinheiten helfen sollte. Um dem maskenhaften Effekt vorzubeugen habe ich es auch immer mit meiner Tagescreme gemischt. Es sah so auch ganz ok aus. Allerdings habe ich es wirklich gründlichst im ganzen Gesicht verteilt - überall drüber und druff geschmiert. Auch auf die Augenbrauen. Schleeeechte Idee! Vor allem, weil ich diese auch hinterher nicht wieder "sauber" gemacht habe. Ich glaube ja, dass es in natura nicht so schlimm aussah. Aber auf Fotos aus der Zeit (vielleicht durch den Blitz?!) sieht es grausam aus ... wenn ich diese Fotos heute sehe, kann ich nicht verstehen, warum mir das damals nicht aufgefallen ist :'D

Februar 2006: lachend  im "Felix" - ein Discofoto!
8. Hat dein heutiges Schmink-Ich noch irgendetwas mit deinem damaligen Schmink-Ich gemeinsam?

Oh ja! Die Liebe für Puder! Kein anderes Schminkprodukt gibt mir so viel "Sicherheit" wie Puder. Natürlich gehe ich auch ungeschminkt aus dem Haus und bleibe über Wochenenden öfter mal von Freitagabend bis Montagfrüh komplett ungeschminkt. Aber wenn ich mich für ein einziges Produkt entscheiden müsste, würde ich Puder wählen. Ich liebe immer noch dieses ebenmäßige, mattierte und teilweise seidig aussehende Finish, dass die Haut durch Puder bekommt. Das schneeweiße Schneewittchenpuder meiner Mama ist schuld - es hat diese Liebe entfacht!

Außerdem teile ich mit meinem Teenie-Ich die Vorliebe für braunen Lidschatten. Diese stammt von dem allerersten champagner-braunen Duo meiner Mama!

9. Welchen Rat würdest du dir selbst geben, wenn du dich so geschminkt wie damals heute wiedertreffen würdest?

Das kommt ganz drauf an. Wahrscheinlich würde ich mir selbst raten, alles wieder genau so zu machen! Denn all die Experimente (ja, auch die giftgrüne Mascara!) haben mich gelehrt, was ich an mir mag und was eher nicht. Vielleicht würde ich mir den Tipp geben, die Augenbrauen nicht ganz so dünn und rund zu zupfen wie in der 9. Klasse, aber auch das finde ich im Nachhinein als Experiment ok. Ich habe es nie zu stark übertrieben und früher hat man die Augenbrauen ja auch noch dünner getragen als heute. Einzig meinem 21-jährigen Ich würde ich definitiv sagen: MÄDCHEN, MACH DIR VERDAMMT NOCHMAL DIE AUGENBRAUEN SAUBER!!!!!! :D

März 2007
10. Ab wann bist du ungefähr bei deinem heutigen Schminkstil angekommen?

Ich glaube, mein heutiger Schminkstil hat sich mit dem Bloggen entwickelt. Also seit 2009 ungefähr. Meine Liebe zu den einfachen Produkten wie Puder, Kajal und Mascara ist geblieben, eine gewisse Lidschattenobsession kam hinzu! Bei den Lippensachen bevorzuge ich nach wie vor die Lippenpflege - gerne auch getönt oder sehr pflegende Lippenstifte oder Glosse. Der größte Sprung, der heute von damals unterscheidet, war der Umstieg auf Naturkosmetik. Das geschminkte Ergebnis sieht manchmal nicht so viel anders aus als damals, aber der Weg dahin (Pinsel statt Applikatoren und NK anstelle von KK) hat sich verändert. Das Augenmerk liegt heute auch vermehrt auf den Details - wenn ich ein komplettes Augen-Make-Up schminke, würde der untere Wimpernkranz nie mehr ungeschminkt bleiben (so wie in dem Tutorial-Look oben). Verblendet wird mit einem Pinsel und nicht mehr mit den Fingern verwischt. Auch experimentiere ich nicht mehr so extrem. Ich teste natürlich immer noch gerne neue Produkte, aber von den Farben weiß ich mittlerweile ganz gut, was mir gefällt und was ich eher sein lassen sollte. Giftgrüne Mascara käme heute z. B. nicht mehr in meinen Einkaufskorb.

So, und nun würde ich gerne lesen, wie das bei euch so war:

Natürlich darf auch sonst jeder mitmachen, der gerne möchte :)






Benutzte Produkte für die nachgeschminkten Looks:
  • Kajalstrich-Schwänzchen: Logona Double Eyeliner 05 (die braune Seite)
  • Schmink Tutorial:
    • Champagner-Ton: benecos Baked Duo "celebrate" (die helle Farbe)
    • brauner Ton: Alterra Quattro Lidschatten 02 "Golden Brown" (das dunkelste braun)
    • Kajal: benecos Natural Kajal "brown"
  • Kajal-/Lipliner-90s-Lippenstift-Look:
    • alverde Khol Kajal Eyeliner 10 "Bronze Star" + Dr. Hauschka Kajal Eyeliner 07 "mellow sienna"
    • Cattier Paris Lip Care "Olive - Wild mango"

Kommentare:

Lyndywyn hat gesagt…

Wie cool! Die Liplinergeschichte finde ich toll! :)
Ich mache gerne mit, sobald ich aus der Schweiz zurück bin. Vielleicht finde ich ja auch noch ein paar Vergleichsfotos von meinen Augenbrauen von früher!

Ganz liebe Grüße aus der Schweiz!

Kristina hat gesagt…

Sehr nett geschrieben, der Post! ^^
Ich merke mir den Tag, muss aber noch so viel vorher abarbeiten- mein Examen hat aber auch so was von gar keine Rücksicht darauf genommen, dass ich einen Blog habe, richtig unverschämt! :D

Liebe Grüße :)

anni hat gesagt…

@ Lyndywyn - freut mich, dass dich die Lipliner Geschichte erheitern konnte ;) ich bin gespannt auf deine Augenbrauenentwicklung!

@ Kristina - kein Problem, ich freue mich, wenn du überhaupt mitmachst :) Examen ging eben vor und nun arbeite einfach deine Liste ab so wie du magst und wie du Zeit hast :)

Ich freue mich eure Antworten zu lesen!

Sonnige Wochenendsgrüße,
Anni :)