Donnerstag, 2. August 2012

Der weltbeste Rüblikuchen

Schweizer Klassiker, der es bis in die "Neue Welt" geschafft hat.

Rüblikuchen aka. "Carrot Cake" habe ich erstmalig in den USA gegessen. Seinen Ursprung hat er wohl aber in der Schweiz und eigentlich heißt es korrekt auch Rüeblitorte. Mein Vater klang am Telefon ziemlich überrascht/entsetzt/belustigt als ich ihm von einem Kuchen mit Möhren berichtete - also, in Berlin gäbe es sowas ja nicht, das hätte ich sicher in Baden-Württemberg aufgeschnappt. Naja, was das Essen angeht ist mein Papa eher "traditionell" eingestellt und dass es Rüblikuchen in Berlin nicht gibt, halte ich auch für ein Gerücht ;) Ich persönlich LIEBE Rüblikuchen - so saftig, würzig und einfach nur yummy! Dieses Rezept kommt von Mr. F's Mama und ist der beste Rüblikuchen, den ich bisher gegessen habe <3


Man nehme für eine springende Form (Ø 26 cm) ...
7 Eigelbe
300 g (Roh-Rohr-)Zucker
1 Prise Ceylon Zimt
1 Prise Salz
1 Prise Nelkenpulver
2 cl Kirschwasser (= 1 EL + 1 TL)
200 g fein geriebene Karotten (ca. 3 dicke, große Möhren)
120 g geschälte, geriebene Mandeln
120 g geschälte, geriebene Haselnüsse
50 g Semmelbrösel
50 g Dinkelmehl (z. B. Vollkorn oder Typ 630)
1 TL Backpulver
5 Eiweiße
Butter/Margarine zum Fetten der Form
Für den Zuckerguss:
2 EL Kirschwasser
2 EL Zitronensaft
200 g Puderzucker

12 Deko-Marzipanmöhrchen

Man zaubert ...

Den Backofen auf 190°C vorheizen.

Die 7 Eigelbe mit 200 g Zucker, dem Salz, Zimt-, Nelkenpulver und den 2 cl Kirschwasser schaumig rühren. Die Mandeln, Haselnüsse und die Semmelbröse mit dem gesiebten und mit Backpulver vermischten Mehl mixen. Die trockenen Zutaten zusammen mit den geraspelten Karotten unter den Eigelbschaum rühren.

Die 5 Eiweiße mit 100 g Zucker steif schlagen und unter den Teig heben. Die Springform einfetten und den Teig hineinfüllen. Anschließend den Kuchen ca. 45-55 Minuten auf der zweiten Schiene von unten backen. Gegen Ende der Backzeit kann man den Kuchen evtl. mit Alufolie abdecken, damit er nicht verbrennt. Fertig ist der Kuchen, wenn man eine Gabel oder einen Schaschlikspieß reinsteckt und er/sie sauber wieder rauskommt.

Den Kuchen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und anschließend am besten 2 Tage im Kühlschrank durchziehen lassen.

Den Puderzucker mit dem Kirschwasser und dem Zitronensaft vermengen und den Rüblikuchen damit glasieren. Solange die Glasur noch feucht ist, die Marzipanmöhrchen auf dem Kuchen platzieren und leicht andrücken.

Bon Appétit!


Tipp 1:
Für eine anti-alkoholische Variante kann ich mir Rosenwasser anstelle von Kirschwasser sehr gut vorstellen. Das würde dem ganzen geschmacklich auch noch einen leicht orientalischen Touch verleihen.

Tipp 2:
Für eine eher amerikanische Variante einfach den Zuckerguss durch ein "Cream-Cheese-Frosting" ersetzen. Dafür 225 g Frischkäse (bei Zimmertemperatur) mit 100 g Butter (auch bei Zimmertemperatur) zusammenmixen. Danach langsam 360 g gesiebten Puderzucker einrühren und mit einem Handrührgerät aufschlagen bis es luftig ist. Dazu optional ein Päckchen (~ 1 TL) Bourbon-Vanille-Aroma und den Saft einer halben Zitrone unterrühren. Das ist genug "Frosting", um den Rüblikuchen horizontal zu halbieren und mit einer dünnen Schicht Cream-Cheese-Frosting zu füllen sowie im Anschluss außenrum komplett "einzufrosten". So kann man aus dem normalen Rüblikuchen noch einen fancy "2-Layer-Cake" machen. Dekorieren würde ich auch diese Variante mit den kleinen Marzipanmöhrchen.

Tipp 3:
Die Marzipanmöhrchen zur Verzierung kann man auch selbst machen. Dafür 100 g Marzipanrohmasse mit 50 g Puderzucker mischen und mit etwas roter und gelber Lebensmittelfarbe einfärben. Kleine Rüben daraus formen und in Form von Pistazienstiften etwas "Karottengrün" hinzufügen.

Kommentare:

irmi hat gesagt…

das ist ja ein Zufall, ich bin gerade für drei Monate in der Schweiz und habe mir vorgenommen, einmal Rüblikuchen zu probieren, deiner sieht allerdings so gut aus, dass ich ihn vielleicht auch einfach selber backe ;-)

Nela hat gesagt…

Mah, der sieht ja lecker aus! Hier in Wien kennt man Rübli/Möhren/Karottenkuchen auf jeden Fall, hat meine Mama auch immer gebacken.

Mein Lieblings-Karottenkuchen-Rezept ist übrigens folgendes mit jeder Menge Schokolade drin: http://baeren-hunger.blogspot.co.at/2011/08/karotten-schokoladen-kuchen.html

anni hat gesagt…

@ Irmi - haha, wie lustig :) ich kann das nachmachen nur empfehlen! Es lohnt sich, denn er ist wirklich grandios!

@ Nela - Schoko-Rübli-Kuchen klingt merkwürdig, aber nachmachenswert! Werde ich vielleicht mal probieren! Danke für den Tipp :)

Alles Liebe für euch zwei und habt morgen einen guten Start in die neue Woche!

Anni :)

irmi hat gesagt…

Ich muss dir noch ein Kompliment für das tolle Rezept machen, die Schweizer meinten, sie könnten ihren Rüblikuchen selber nicht besser machen. Allerdings ist es hier im Aargau angeblich nicht üblich, ihn zu glasieren, sondern er wird nur dick mit Staubzucker bestäubt. Weg war er trotzdem schnell! ich werde ihn zuhause bestimmt wieder mal backen!!